Wer ist der Röntgentechniker?

Das Berufsbild des Röntgentechnikers ist bestimmt vom Einsatz von Strahlen zur Erkennung und Heilung von Krankheiten. Von jeher ist der Beruf vom unmittelbaren Umgang mit dem Patienten geprägt. Neben dem sozialen Aspekt kommen die Geräte in Kliniken und Praxen zum Einsatz und werden von Röntgentechnikern bedient um Bilder vom Inneren des menschlichen Körpers zu erstellen damit Krankheiten und andere Probleme diagnostiziert werden können. Das Wichtigste ist jedoch der tägliche Kontakt mit Menschen.

 

Traditionelle Radiologie:

Mit den herkömmlichen Geräten mit Röntgenröhren können hauptsächlich Knochen und bestimmte Weichteilgewebe dargestellt werden. Die Anwendungen betreffen Diagnose von Knochenbrüchen oder andere Pathologien, die das Skelett und die Gelenke betreffen; es werden Krankheiten der Lunge, der Nieren, Blase und Harnwege, der Leber-und Gallengänge und des Verdauungsapparats dargestellt.

Das Endergebnis der technischen Prozedur ist das Röntgenbild des untersuchten Körpergebiets und erlaubt dem Radiologen eventuell vorhandene Krankheiten zu diagnostizieren.

Um das Röntgenbild zu machen, bringt der Röntgentechniker den zu untersuchenden Körperteil in die richtige Lage und stellt am Röntgengerät die Parameter ein, um ein optimales Bild zu bekommen. Weiters ist der Röntgentechniker für die praktischen Aspekte des Strahlenschutzes für den Patienten verantwortlich, indem er wo notwendig und sinnvoll die Schutzkleidung zur Verfügung stellt.

Nachdem die Röntgenbilder gemacht wurden müssen diese von einem in Radiologie spezialisiertem Arzt betrachted und befundet werden; der Röntgentechniker kann und darf keine Aussage zu medizinisch relevanten dargestellten Strukturen machen.

 

Angiographie:

Ziel einer angiographischen Untersuchung ist es, die Blutgefäße (Arterien und Venen) aller Körperpartien -  Schädel, Brustkorb, Bauchraum und die Extremitäten -darzustellen.

Duch eine Injektion mit dem „Kontrastmittel“ und die darauffolgende „Röntgenfotografie“ des untersuchten Körperteils kann der Röntgenarzt pathologische Veränderungen erkennen und manchmal auch kurieren.

Eine Angiographie ist vergleichbar mit einem chirurgischem Eingriff – es braucht also eine genaue Vorbereitung der Patienten sowie einen eigens dafür vorgesehenen Raum, wo sich auch der sterile Bereich mit den notwendigen Instrumenten befindet.

Das Röntgengerät ist vorwiegend nur für diese Anwendungen zugeteilt und im Raum arbeitet ein Team aus Ärzten, Röntgentechnikern und Pflegern zusammen.

 

Computetomographie (CT):

Dieses bildgebende Verfahren erstellt mit Hilfe einer um den Körper rotierenden Röntgenröhre und eigens entwickelten Detektoren und Computerprogrammen Schnittbilder des Körpers – mit den neuesten Entwicklungen der Technologien ist es auch möglich, dreidimensionale Bilder z.B. des Herzens oder der Knochen zu erstellen.

Für diese Untersuchungsmethode legt sich der Patient auf eine fahrbare Liege und sollte für die Dauer der Aufnahmen möglichst bewegungslos bleiben; in den meisten Fällen dauert eine Aufnahmesequenz wenige Sekunden bis Minuten.

Manchmal wird auch ein Kontrasmittel gespritz, um bestimmte Organstrukturen besser darzustellen – für diese Injektion wird eine automatisches Pumpsystem angewand, das vom Operateur bedient wird, der sich aber aussehalb des Röntgenraums befindet, um nicht direkt den Röntgenstrahlen ausgesetzt zu sein.

Der Röntgentechniker ist bei allen Abschnitten während der Untersuchung anwesend; er stellt die technischen Parameter am Schaltpult des Gerätes ein, er bearbeitet die Bilddaten und schickt und archivert sie zur Befundung durch den Radiologen.

 

Magnetresonanz:

Mit Hilfe dieser Technologie kann das Innere des Körpers OHNE Röntgenstrahlen dargestellt  werden. Die Bildgebung erfolgt durch ein Gerät, das ein sehr starkes Magnetfeld erzeugt und Radiofrequenzimpulse aussendet, um die Bilder mittels Computersoftware zu erstellen. Es können alle Körperzonen betrachtet werde und es ist auch möglich, die Blutgefäße darzustellen.

Der Röntgentechniker kümmert sich um die richtige Positionierung des Patienten, erklärt ihm den Untersuchungsverlauf, stellt die notwendigen Sequenzen an der Bedienungsconsolle des Gerätes ein und bearbeitet, verschickt und archiviert die fertigen Bilder.

 

Strahlentherapie

Die onkologische Strahlentherapie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Anwendung von ionisierender Strahlung befasst, um Tumorerkrankungen zu heilen oder deren Fortschreiten zu verzögern. Oft wird die Strahlentherapie in Kombination mit chirurgischen Eingriffen, Chemotherapie, Hormontherapie, und Immuntherapie eingesetzt.

Die in der Strahlentherapie verwendeten ionisierenden Strahlen beschädigen das Zielgewebe und bringen es so zum Absterben. Tumorzellen können sich generell schlechter regenerieren und gehen so schneller dem Zelltod entgegen. Die Bestrahlungsplanung setzt sich somit zum Ziel, einerseits die Tumorzellen zu beschädigen, andererseits gesundes Gewebe zu schonen.

Der Röntgentechniker beschließt die Lagerung des Patienten, welche bequem und wiederholbar sein muss und er führt das Planungs-CT der Zielregion durch, anhand dessen die Bestrahlungsplanung durch den Facharzt und den Medizinphysiker erfolgt.

In der klinischen Praxis werden onkologische Strahlentherapien von einem interdisziplinären Team aus Fachärzten, Medizinphysikexperten, Röntegntechnikern und Krankenpflegern durchgeführt. Die Patienten kommen täglich zu einer vorher definierten Anzahl an Sitzungen, welche in der Regel kurz und schmerzlos sind.

Der Röntgentechniker gehört zu der Berufsgruppe, mit der Patienten in der Strahlentherapie am häufigsten Kontakt haben. Sie sind stets direkt an den Geräten im Einsatz und daher oft über Wochen die erste Ansprechperson für den Patienten.

Die Röntgentechniker in der Strahlentherapie sind eigenverantwortlich am Linearbeschleuniger tätig und sind dabei für die korrekte Lagerung, Immobilisierung, Zentrierung des Patienten am Gerät sowie für die Bedienung des Linearbschleunigers zuständig. Technische Fähigkeiten und Fachkenntnisse sind Voraussetzung, die durch psychosoziale Kompetenz in der Patientenbetreuung ergänzt werden.

Am Tag der ersten Bestrahlung erklärt der Röntgentechniker den Ablauf der Therapie. Zu allererst wird der Bestrahlungsplan durch das Anfertigen von Kontrollaufnahmen überprüft.

Anschließend, bevor die Therapie ausgeführt wird, zeichnet der Röntgentechniker mit der Zustimmung vom Strahlentherapeut wichtige Referenzlinien auf die Körperoberfläche des Patienten ein.

Schlussendlich ist der Röntgentechniker auch für die Dokumentation der täglichen Bestrahlung verantwortlich. Zwischen dem Personal der Strahlentherapie und den Patienten entwickelt sich, durch die ständige Betreuung über einen längeren Zeitraum, ein Vertrauensverhältnis.

 

Nuklearmedizin:

In der nuklearmedizinischen Diagnostik arbeiten die Röntgentechniker  mit offenen radioaktiven Stoffen. Hierbei ist besondere Sorgfalt und ruhiges Arbeiten erforderlich. Den Hauptbereich bildet die szintigraphische Diagnostik an der Gammakamera.
Zu den Aufgaben des Röntgentechnikers gehören die Zubereitung radioaktiver Spritzen, die die Ärzte den Patienten für die Untersuchung injizieren. Die radioaktive Substanz reichert sich organspezifisch im darzustellendem Organ an. Entweder direkt nach Injektion oder nach einer gewissen Wartezeit kann die aus dem Patienten austretende Gammastrahlung mit verschiedenen Gammakamerasystemen aufgezeichnet werden. Die Röntgentechniker lagern den Patienten unter dem Kamerakopf und betreuen ihn während der Aufnahme (die Szintigramm genannt wird). Im Anschluss an die Aufnahme führen die Röntgentechniker auch die computergesteuerte Auswertung der Untersuchung durch, versenden und archivieren die fertigen Bilder, die dann vom nuklearmedizinischen Arzt befundet werden können.

 

Strahlenphysik:

Die Röntgentechniker in der Abteilung für Strahlenphysik arbeiten mit Medizinphysikern und Strahlenschutzexperten zusammen, um den Strahlenschutz der Angestellten und der Patienten zu gewähleisten.

Die durchegführten Kontrollen und Messungen betreffen alle Geräte und Apparate, die mit ionisierender und auch nicht ionisierender Strahlung arbeiten, die südtirolweit zum Einsatz kommen – in den öffentlichen als auch privaten Strukturen.

In den Aufgabenbereich fallen der Umgang mit den Röntgengeräten und Messgeräten, Phantomen und Dosimetern, um die Dosis und viele andere wichtige Parameter der Röntgengeräte zu bestimmen.

Weiters ist im Krankenhaus Bozen der Personendosimetriedienst aktiv, der monatlich die absorbierte Dosis des strahlenexponierten Personals überwacht.